Kommentar.

Social Media wird erwachsen.

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Facebook ohne öffentliche Likes? Instagram ohne Herzen-Anzahl? Das wäre doch mal was! Ganz ehrlich – ich freue mich auf die Zeit danach.

Warum? Es ist die Chance für Social Media, endlich die Kinderschuhe in die Ecke zu stellen und langsam erwachsen zu werden.

Was hat sich verändert?

Likes galten lange Zeit als die Währung im Social Web. Und das auch aus gutem Grund, denn bis vor Kurzem war ein Like noch eine wichtige Kennzahl, die maßgeblich dazu beigetragen hat, die Relevanz von Beiträgen zu bestimmen. Und egal ob wir heute oder morgen über soziale Netzwerke sprechen – die Relevanz wird im Mittelpunkt stehen.

Heute ist ein Like bei Facebook oder ein Herz bei Instagram nicht mehr so viel wert. Von vielen Nutzern wird der „Gefällt mir“-Button häufig nur noch genutzt, um beim Scrollen durch den Newsfeed einen Beitrag als gelesen zu markieren.

Hinzu kommt, dass sich sowohl die Netzwerke wie auch die technischen Möglichkeiten und Algorithmen weiterentwickelt haben und Relevanz nicht mehr nur über die Anzahl der Likes definieren müssen.

Andere Metriken wie die Ansichtszeit eines Postings, die Verbindung zwischen den handelnden Nutzern, die Häufigkeit von Interaktionen mit einem Account und auch direkte Nachrichten oder privat geteilte Inhalte sind Faktoren, die die Relevanz von Contents widerspiegeln.

Social Media lebt von aktiven Nutzern.

Es verwundert also wenig, dass Facebook bei all seinen Netzwerken Testläufe startet, um in Zukunft auf die simpelste Form der Interaktion zu verzichten.

Natürlich sind die Testläufe nicht ganz uneigennützig: Die jahrelange Jagd nach Likes hat dafür gesorgt, dass die Anzahl der aktiv beitragenden Nutzern zurückgeht. Das kann natürlich nicht im Sinne der Netzwerke sein, die von genau diesen Nutzern und deren Beiträgen leben.

Ich meine – wie sehen schon vier Likes im Gegensatz zu 60 oder gar 4339 aus? Nicht gut, oder? Das merkt natürlich auch das Ego der Person, die den Post mit den vier Likes veröffentlicht hat. Beim nächsten Beitrag wird also zweimal überlegt, ob das Foto oder Video wirklich den Weg in die Öffentlichkeit finden muss.

Social Media ohne Likes – die große Chance für Inhalte.

Eines ist klar: Mit dem Wegfall der angezeigten Likes muss bei Content Creatorn ein Umdenken stattfinden. Die inhaltliche Relevanz rückt verstärkt in den Fokus. Ein Post muss also nicht nur aufmerksamkeitsstark sein, sondern vor allem auf inhaltlicher Ebene überzeugen und die richtige Zielgruppe matchen.

Aber war das nicht schon immer so? Doch – war es. Aber trotzdem werden in vielen Fällen erfolgreiche Postings noch immer mit der Anzahl der Likes bestimmt. Mit dem Wegfall der öffentlichen Likes sind in Zukunft alle Parteien gezwungen, sich intensiver mit anderen Kennzahlen zu beschäftigen – und das kann unterm Strich nur gut für uns alle sein.

Sidekick: Wenn du noch auf der Suche nach Beispielen bist, was die reine Like-Jagd ohne inhaltliche Relevanz hervorgebracht hat, kann ich dir die Accounts Perlen des Influencer-Marketings und Failfluencers ans Herz legen.


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